Auf den Hund gekommen

Hey ihr Sonntags-Faulis (ich gehöre dazu) 😉

Jetzt fangen die richtig schlechten Tage an, es wird von Tag zu Tag kälter. Meine Lunge merkt das und mir geht es nicht gut, gar nicht gut! Am stärksten merke ich es beim Gassi gehen mit Hellen.

Hellen habe ich euch noch gar nicht richtig vorgestellt. Das Foto ist das Aktuellste von Ihr. Sie ist jetzt 1Jahr und 8Monate.

Hellen kam im Juli 2014 zu uns. Alles fing Anfang des Jahres an.

Ich muss doch etwas weiter ausholen; mein Mann und ich heirateten am 24.06.13 Standesamtlich. Mein Traum in weiß hatte ich auf unserer Feier im August 2013. Alles war perfekt. Wir flogen im September in die Flitterwochen, was beinahe ins Wasser viel da 6Tage vor Abflug mein Hals anfing an zu schwellen. Ich dachte ich erkälte mich etwas und nahm alles um die Schwellung zu lindern, aber nichts half. Mein Hals wurde so dick das ich Panik bekam, dass ich ersticken könnte. Zu Heulen machte es nicht besser. Eher schlimmer, weil es dann noch enger im Hals wurde. Es half nichts, ich musste ins Krankenhaus. Die Ärzte stellten einen Luftröhrenpilz fest. Keiner wusste woher oder warum ich den bekam. Pech!? Was auch immer. Nach 2 Tagen wurde es besser. Natürlich rieten mir die Ärzte weiterhin von meinen Flitterwochen ab. Aber das ging nicht in meinen Kopf rein…Hallo? Flitterwochen! 10Tage Malediven! Nö ich fliege!

Gesagt getan 😊 Ich muss sagen, mit der hohen Luftfeuchtigkeit hatte ich echt Probleme und weil ich auch noch angeschlagen war, wurde es nicht einfacher. Es waren weite Wege (für mich) die wir zu laufen hatten. Durch den hohen Meersalzgehalt in der Luft kam der Schleim (Sputum) ganz von allein. Ich habe nur räuspern müssen und es kam soooo wahnsinnig viel raus. Ich war froh bzw. spätestens da musste ich ja meine „Scham“ vor meinem Mann, was das Abhusten von meinem Schleim betraf, ablegen. Es half einfach nichts! Es musste raus. Alles in allem war der Urlaub schwer zu genießen, aber ich hätte mich immer wieder dafür entschieden.

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Das Jahr nahm langsam sein ende. So, die nächste Instanz von einem weiteren Glücklichen Leben war eine Familie zu gründen. Wir wollten beide Kinder!. An sich waren wir auch noch in meinem Zeitplan 😀 also warum nicht. Ich redete mit meinen Ärzten, machte Untersuchungen, ließ meinen Diabetes zustand „messen“ usw. Eigentlich alles was wichtig ist. Ich las aus mehreren Foren, dass bei einem FeV1 unter 30% es unmöglich sei problemlos ein Kind zu bekommen. Ich hatte natürlich Angst und Respekt davor, aber der Wille ein Kind zu bekommen, UNSER Kind war größer. Meine Ärztin führte viele Gespräche mit mir, im März 2014 gab es ein großes Gespräch mit meiner Mum, meiner Schwiegermutter, meinem Mann und mir. Ich wollte zeigen und beweisen, dass ich viele Menschen hinter mir habe die mich unterstützen und mir Helfen werden. Meine Ärztin hatte viele Argumente, gute Argumente die mir Angst machten. Die nicht nur mir Angst machten, sondern auch meiner ganzen Familie. Meine Ärztin war sehr ehrlich, was teilweise doch sehr weh tat. Ich weinte in diesem Gespräch sehr viel da ich sah, wie meine Chance ein Baby zu bekommen immer mehr ins nichts verschwand. Ich wollte immer ein Kind haben wo ich sehe was es von mir hat, oder was es von meinem Mann hat. Einfach mein Fleisch und Blut und das soll jetzt einfach nicht gehen? Wegen meiner scheiß Krankheit??? Es gibt durchaus Patienten die trotz Mukoviszidose Kinder bekommen haben. Es gibt auch zig verschiedene Mutationen von Mukoviszidose, von daher kann man es nie Verallgemeinern. Aber in meinem Fall war es nun mal so.

Ich bin mit einem Hund und zwei Katzen groß geworden. Ich fand es immer toll. Ich glaub 1997 starb dann unser Hund an Altersschwäche. Wir bekamen keinen Neuen.

Ich zog ca.2006 aus. Irgendwann lachte ich mir 2 Ratten an 😏 Ich weiß nicht warum, aber es war halt so. Ich reagierte aber mit starkem Reizhusten auf sie und konnte sie leider „glücklicherweise“ ihren vorherigen Besitzer zurückgeben. 2011 holte ich mir dann meine Katze Panda ins Haus, sie stellte allerlei an aber ich liebe sie über alles.

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2012 kam ich mit meinem heutigen Mann zusammen. Wir waren recht flott, aber ich bereue keine Sekunde von unserer Entscheidung. Es war und ist einfach Perfekt. Als wir die Kinderplanung in Angriff nahmen, wollte ich auch einen Hund. Er hatte selber früher ein Haustier, aber nur eine Katze. Also ist er eher ein Katzenmensch ☺️ Er war also strickt gegen einen Hund, aber nachdem wir ja ein Kind wollten stand das eben an erster stelle.

Zurück zu dem Gespräch mit meiner Ärztin. Sie wollte es mir, naja ausreden kann ich nicht sagen. Sie wollte mir davon einfach abraten wegen meiner Gesundheit. Sie sagte dann: „Holen sie sich doch einen Hund“ und nach dem Satz musste ich sogar etwas lachen vor lauter Heulen, weil ich ja die Antwort von meinem Mann schon kannte.“NEIN!!!“. Aber dann hörte ich auf einmal: „Gut, dann holen wir uns eben einen Hund“. Wer sagte das? Mein Mann? Ich konnte es gar nicht glauben, dass ER das gerade gesagt hat und lachte nochmal aus meinem verheulten Gesicht raus. Aber er meinte es ernst. Natürlich „Heilte“ das nicht die Wunde kein Kind bekommen zu können, aber es war eine Aufgabe um mich ablenken zu können.

Wir sprachen Tage danach noch über die „Entscheidung“ es zu Probieren oder nicht zu Probieren ein Kind zu bekommen. Quasi ob wir das Risiko eingehen wollen, das ich es körperlich nicht schaffen könnte. Mein Mann sagte ganz klar: „Bevor ich das Risiko eingehe dich zu verlieren um ein Kind zu bekommen, verzichte ich auf das Kind!“. Ich hatte ja schon auch Angst er könne mich verlassen aufgrund dessen, dass wir kein Kind bekommen können. Denn es war auch sein größter Wunsch.

Wir suchten (teilweise) gequält nach Vorteilen die es mit sich bringt Kinderlos zu sein/bleiben. Mittlerweile bin ich überzeugt davon die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Aber wenn ich das hier so lese schmerzt es schon noch in meinem Herzen. Ich bin froh mit meinem Mann so offen und ehrlich über alles reden zu können. Auch das er sich mir so öffnet und mit mir darüber reden kann. Es ist verdammt wichtig, in jeder Lebenslage mit seinem Partner über alles reden zu können.

 

So ich bin stark vom wesentlichen abgewichen 😀 aber das musste sein, damit ihr mein Leben versteht warum manches so gelaufen ist. Hach, ich liebe meinen Blog 😉

Jedenfalls zurück zum Hund. Ich machte mich im Internet schlau nach Züchtern. Irgendwie stand für mich fest, es soll ein Labrador werden. Nicht zu groß, nicht zu klein und Familien tauglich (auch wenn das keine große Rolle mehr spielte) aber ich las oft ein Labrador ist ein guter „Anfänger-Hund“.

Nach langem suchen fand ich einen tollen Züchter der mir sehr zusagte. Ich telefonierte mit ihr und freute mich das ich eine Sympathische Frau an der anderen Leitung hatte. Am 15.5.2014 kam der H-Wurf zur Welt. Sie rief mich am Samstag den 24.5.2014 an und sagte, dass die Welpen ihre Augen offen haben und wir vorbeikommen können. Am 27.5.2014 fuhren wir am Abend hin und sahen uns die kleinen Quietschis an. Die waren so süß und wir entschieden uns für Hellen 😍 . Mit 8Wochen durften wir sie abholen.

In der Zeit machte ich meine ganzen Untersuchungen für die Listung damit ich das hinter mir hatte bis Hellen kommt. Am 19.7.2014 war es dann endlich soweit 😁wir holten sie ab.

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Ab da an hatten wir erstmal vieeeeel Arbeit 🙈 , aber es hat sich gelohnt. Sie ist ein tolles Mädchen und ich würde sie nie wieder hergeben.

So das wars von meinem Ausflug in die Vergangenheit 😉

 

Euer Mukomaedchen